Ich grüße Dich!
Schön, dass Du da bist und vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!
Das heutige Thema liegt mir ganz besonders am Herzen. Es ist sowohl eine Erinnerung an mich selbst als auch eine Art offener Brief an all jene, die manchmal das Gefühl haben, am Leben zu zerbrechen.
Ich schreibe heute über:
Wer du ist und wer DU bist
Die Polarität in uns - Schattenkrieg und Lichtbringer
Was es bedeutet, wenn “du” zerbricht
Der Fluss des Lebens - bist du Tänzer oder Staudamm?
Das Gedankenkaleidoskop ist eine lesergestützte Publikation. Wenn es dir gefällt, denke gerne darüber nach, ein bezahltes Abo abzuschließen.
Los geht’s!
Was ist dieses “du” überhaupt und wer bist dann DU?!
Fangen wir dieses Mal kurz mit Semantik an, damit wir uns im Laufe dieses Textes auch richtig verstehen. Denn heute - und oft im Leben - ist es ganz wichtig, zwischen unserem Charakter (Ego) und unserem Bewusstsein* zu unterscheiden!
*Korrekter wäre eigentlich “unserer Bewusstheit”, aber das Thema heben wir uns für ein andermal auf.
Leider gibt es in unserer heutigen Sprache keine allgemein anerkannte Art zu unterscheiden, ob ich nun
dich → den Mensch, den Charakter oder
DICH → das Bewusstsein, die Seele anspreche.
Also übernehme ich die, welche sich zum Teil im englischen Sprach- und Schriftgebrauch zu etablieren scheint. Wahrscheinlich ist es dir schon aufgefallen. Im Weiteren werde ich für Pronomen DURCHGEHENDE GROßSCHREIBUNG verwenden, wenn ich ganz gezielt auf den göttlichen, seelischen Anteil zeigen möchte. Wenn du also “DU”, “ICH”, “WIR”, usw. liest, dann möchte ich damit den göttlichen Anteil, die Seele direkt ansprechen bzw. darauf weisen.
Geschaffen als Ebenbild Gottes…
…tragen wir die Polarität der Schöpfung in uns.
Wer du bist bzw. wer du glaubst zu sein wird so oft von allen möglichen verheerenden Halbwahrheiten begleitet.
“Ich bin… - ein guter Mensch - Visionär - achtsam - bewusst - … “
Ja mag sein! Aber DU bist genauso und auch das Gegenteil von alledem! Solange du so tust, als wäre es anders… solange du deine Maske des guten, lichtvollen Menschen trägst… solange wirst du weder die Ganzheit dessen, was DU wahrlich bist, erfahren noch die Fülle des Lebens. Denn auch dieses besteht aus allem - und allen Gegensätzen. Die Natur ist sowohl wunderschön, liebevoll und in absoluter Fülle als auch grausam, trocken und voller unvorstellbar tiefer Abgründe. Genauso wie DU!
Das Leben wird jeden von uns unvermeidlich in diese Abgründe hineinstoßen. Es ist eine Art, wie wir lernen. In diesen Abgründen werden wir Dämonen und Monstern begegnen, die schlimmer sind als alles, was wir uns je hätten vorstellen können.
Was glaubst du, woher die ganzen Monster in den Filmen oder Kunstwerken kommen?
Am Ende sind es alles stilistische Darstellungen von dem, was in uns selbst verborgen liegt.
Wir haben nun die Wahl:
Wir kämpfen…
und kämpfen… und kämpfen… einen endlosen Krieg.
Denn diese Kämpfe lassen sich nicht gewinnen. Nicht so. Das Einzige, was wir dadurch erreichen, ist, dass wir den Krieg, der in uns herrscht, ins Außen tragen.
Wir kämpfen mit unseren Dämonen… mit uns selbst und dann zwangsläufig… auch mit der Welt und den Menschen um uns herum.
Vielleicht merkst du es nichtmal, denn du bist ja ein guter, lichtvoller Mensch. Das Leben und die Gesellschaft sind einfach unfair und grausam!
Doch lieber Freund, lass mich dir sagen:
Das Leben IST fair und wird dir IMMER spiegeln, was du in deinem Inneren trägst! Auch wenn du so tust, als gäbe es den Krieg der Schatten in dir gar nicht.
Lieber Freund, lass mich dir sagen:
Es gibt ihn! Es gibt ihn in dir und es gibt ihn in jedem von uns!
Nur sehr wenige Menschen schafften es im Laufe der Jahrhunderte, diesen Krieg wahrhaftig zu befrieden.
Und wenn ich Eines weiß, dann, dass diese Menschen wahrlich glücklich und in Fülle lebten; von JETZT an und bis ans Ende ihrer Tage!Es ist möglich. Doch es ist unwahrscheinlich.
Wir alle sehnen uns danach - doch wie nah wir sind, werden wir immer daran sehen können, wie viel Krieg oder Frieden im Kleinen um uns herum herrscht.Was fühlst du wirklich, wenn du mal nichts zu tun hast? Mit dir selbst bist in Stille?
Oder WIR bringen Licht ins Dunkel
Egal wie grausam der Dämon, egal wie dunkel der Schatten, egal wie gefährlich das Monster zu sein scheint - es ist du - es ist ein Teil von DIR. Am Ende steht hinter diesen Masken, welche du vor dir selbst trägst, immer ein verängstigtes, wütendes oder trauriges “du”. Lass DICH von der Angstmache oder den scheinbaren Angriffen nicht beirren. DU bist unsterblich. Während du keinen direkten und sofortigen Einfluss darauf hast, was die Welt im Außen dir spiegelt, so bist DU doch Herr von dem, was in dir geschieht und wie du mit dem umgehst, was du fühlst und erlebst.
Wir tragen die Konsequenzen unserer vergangenen Handlungen, auch wenn unser Bewusstsein und unser Erleben sich verändern. Doch halten wir uns wahrhaft im Guten, wird es nicht lange dauern, bis wir dieses Gute auch im Außen wiederfinden.
Habe den Mut, hinzusehen. Mehr braucht es oft gar nicht, um das verängstigte Kind zu erkennen, das sich in Schatten hüllt.
Habe den Mut, hinzusehen. Mehr braucht es oft gar nicht, um den Schmerz in den Augen des Dämons zu erkennen.
Habe den Mut, hinzusehen. Mehr braucht es oft gar nicht, um die Maske des Monsters zu durchschauen.
So zerbricht nun die Illusion von “du”
Entweder, indem das Leben dir so viel Druck macht, dass der lichtvolle Engel, der du glaubst zu sein, nicht mehr kann, oder indem DU erkennst, dass der Dämon genauso ein Teil von dir ist, wie der gute Samariter.
Doch was genau ist es, was hier zerbricht? Es ist nicht deine Seele; nicht der Anteil von dir, der unsterblich ist. Es ist auch nicht dein Körper; der spürt zwar den Stress, aber solange er noch irgendwie kann, wird er dir weiter treu dienen und dich durch diese Welt tragen. Was ist es also, was hier zerbricht? Was ist dieses “du”, das zerbrechen kann?
Es ist genau diese Frage, die mich dahin gebracht hat, wo ich heute bin.
Es ist genau diese Frage, die es mir ermöglicht, mich ständig und stetig weiterzuentwickeln; mich aus dem Lügennetz zu ent-wickeln.
Erkenne, dass DU niemals brechen kannst und dass deinem Körper keine Gefahr droht; egal, wie groß der Schmerz in deinem Herzen ist. Nimm deinen Mut zusammen und schau hin. Schau, der Krieg, der in dir tobt und mach dich auf, auf deine Heldenreise. Ich verspreche dir, es lohnt sich!
Aber sei gewarnt: was du glaubst zu sein, wird noch oft zerbrechen auf diesem Weg. Doch DU wirst mit jedem Mal freier und glücklicher werden - wenn du es zulässt und dich immer wieder darauf besinnst, dass DU ein unendliches und unsterbliches Wesen in einem wundervollen Körper bist, welches hier auf Erden ist, um zu erfahren, zu erleben und zu lernen.
Lass mich dir zum Abschluss noch ein Bild mit auf den Weg geben:
Der Fluss des Lebens
…aus dem wir ständig schöpfen.
Stell dir vor, du stehst in einem Fluss - dem Fluss des Lebens.
Jede Energie, jedes Gefühl, welches Teil des Lebens ist, fließt durch diesen Fluss. Immer und ständig. Mal kommt eine Welle der Freude und mal eine Welle der Wut. Mal fließt eine Art Wolke von Trauer direkt neben einem Strom von Liebe daher. Irgendwo schwimmen auch immer Angst und Verzweiflung, genauso wie Möglichkeit von Ekstase und der puren Glückseligkeit.
Nun stell dir vor, du siehst und weißt ganz genau, wo gerade welche Energie fließt. Stell dir vor, du kennst den Fluss des Lebens so gut, dass du einfach in ihm tanzen kannst. Stell dir vor, du badest im absoluten Glück und weißt, du musst von dort aus nur zwei Schritte durch die Trauer machen, um dann Liebe zu fühlen, wie du sie noch nie gefühlt hast. Und kommt eine Welle der Wut, lässt du dich einfach von ihr durchfluten; spürst die Macht und die Kraft, die sie dir bringt, bevor sie wieder abebbt und du im absoluten Frieden, der absoluten Stille einfach bist.
Wie würde wohl dein Leben aussehen, wenn du dies könntest?
Am Ende ist dieses Bild gar nicht so weit hergeholt. Denn die schlechten Gefühle gehen am Ende immer wieder vorbei, wenn wir uns nicht gegen sie verwehren.
Stell dir jetzt vor, du stehst in demselben Fluss und wenn die Wolke der Trauer kommt, bist du gelähmt und lässt dich einfach von ihr davontragen. Du weißt nicht, wohin; weißt nicht, dass neben der Trauer auch immer die Liebe schwimmt.
Stell dir vor, du stehst in demselben Fluss und wenn die Welle der Wut kommt, sperrst du dich dagegen. Dein Rücken wird zum Staudamm und du versuchst, den Strom des Lebens zu stoppen. Vergeblich; denn alles, was du tust, ist, die Wut am Fließen zu hindern, während sie dir fortan im Rücken sitzt und der Rest des Lebens ungenutzt und ungefühlt an dir vorbeifließt…
Doch wie können wir zum Tänzer werden?
Indem wir das Leben in all seinen Facetten kennenlernen und annehmen. Es ist leicht, mit Freude und Liebe zu tanzen. Doch Angst, Wut und Trauer haben einen etwas anderen Rhythmus. Irgendwann in unserem Leben haben wir gelernt, uns diesem Rhythmus zu verschließen. Wir haben Angst vor unseren eigenen Gefühlen bekommen uns so treten wir uns ständig gegenseitig auf die Füße.
Im Endeffekt ist es nicht anders, als wenn wir einen anderen Menschen kennenlernen möchten. Wenn ich dich kennenlernen will, dann werde ich Zeit mit dir verbringen, dir Fragen stellen und dich beobachten. Wenn wir genau das mit den Gefühlen tun, die uns Schmerzen bereiten, werden wir sie kennenlernen und anfangen, ihren Rhythmus, ihren Sinn, ihre Botschaft zu verstehen.
Kurz gesagt geht es schlicht und einfach darum, Zeit mit uns selbst und ganz gezielt auch mit denjenigen unserer Gefühle zu verbringen, die wir gelernt haben abzulehnen.
Letztlich sind es auch nur verletzte Anteile von uns selbst, die gehört und geliebt werden wollen.
Lieber Freund, ich wünsche dir alles Liebe und alles Gute. Egal ob du nun tanzt oder gegen das Leben kämpfst. Doch meine Wünsche für dich sind leider irrelevant.
Wenn das Leben dich zerbrechen will, wird es das tun. Gib DICH dem Strom des Lebens hin. Lass ihn hinfort waschen, was DU nicht bist, sondern nur glaubst zu sein.
Sieh einfach zu, wie du zerbricht
und vertrau, dass DU
unendlich bist.
Vielen Dank, dass du bis hierher gelesen hast!
Hat es dir gefallen? Dann klicke auf das Herzchen!
Wenn du Gedanken oder Fragen hast, hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Ich freue mich sehr über jeden, der hier auf konstruktive Weise mit mir interagiert.
Herzlichst,
Dominik Alexander